Naturschutzzentrum ZUK e.V. im Don Bosco Kloster Benediktbeuern: Weitere Hochmoorfläche in Loisach-Kochelsee-Mooren für Natur zurückgewonnen

Veröffentlicht am: 30. April 2026
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Baggerfahrer Hans Schlickenrieder baut mit Stammhölzern Rückstaudämme für die Wiedervernässung der Hochmoorfläche in den Loisach-Kochelsee-Mooren

Eine 6,2 Hektar große Hochmoorfläche in den Loisach-Kochelsee-Mooren konnte das Naturschutzzentrum ZUK e.V. im Don Bosco Kloster Benediktbeuern Anfang diesen Jahres wiedervernässen lassen und damit vor weiterer Austrocknung bewahren. Der hier praktizierte Moorschutz (Moorrenaturierung) kommt sowohl seltenen Pflanzen- und Tierarten dieses wertvollen Lebensraumes als auch dem Hochwasser- und Klimaschutz zugute. Denn die Torfmoose des Hochmoorbodens halten das (kühlende) Wasser starker Regenfälle zurück und speichern langzeitig das klimawirksame Treibhausgas Kohlendioxid. Im Vorfeld hatte sich eine engagierte Vertreterin einer Erbengemeinschaft dafür eingesetzt, alle Miterben zu überzeugen, die 11 Flurstücke für Naturschutzzwecke an das Naturschutzzentrum ZUK e.V. zu verkaufen. Fördermittel des Freistaats Bayern und eine Spende der Hans-Weber-Stiftung machten den Ankauf möglich.

In früheren Notzeiten sind deutschlandweit nahezu alle Moore entwässert worden. Heute kaum mehr sichtbare Gräben entziehen den Moorböden weiterhin das Wasser. In trockeneren Moorböden zersetzen Mikroorganismen jedoch die Torfmoose, so dass Kohlendioxid in die Luft entweicht und die Mooroberfläche jährlich um etwa einen Zenti­meter absinkt.

Nach Voruntersuchungen im Jahr 2023 bei einer Bachelor-Arbeit konnte die ZUK Gebietsbetreuung im Jahr 2024 die Wiedervernässung dieser Hochmoorfläche planen. Da die finanziellen Mittel des Bayerischen Umweltministeriums im Jahr 2025 sehr begrenzt waren, stellte die Lenkungsgruppe „Tölzer Moorachse“ im Sommer 2025 dem Stimmkreis­abgeordneten Thomas Holz diese vorgesehene Hochmoor-Renaturierung vor. In der „Tölzer Moorachse“ arbeiten die im Landkreis aktiven Naturschutzverbände (LBV, BN), das ZUK, die Naturschutzbehörden auf Landkreis- und Regierungsebene, der Bayerische Bauernverband und der Landrat zusammen mit dem Ziel, naturnahe Moore wiederzu­vernässen. Im Herbst 2025 bewilligte das Bayerische Umweltministerium erfreulicherweise die nötigen Mittel für die Umsetzung.

Der Baggerbetrieb Hans Schlickenrieder konnte nun die vorhandenen Entwässerungsgräben auf der Hochmoorfläche mit 60 Torfwällen verschließen. Zuvor entfernte Land- und Forstwirtschaftsbetrieb Kilian Lautenbacher größere Fichten und eindringende Stroben (Weymouths­kiefern) im Umfeld der Dammbauten, die von der ZUK Gebietsbetreuung gekennzeichnet worden waren. Die gefällten Gehölze dienten als Untergrund für die benötigten Zufahrtswege im Wald und für den Dammbau.

Neben der finanziellen Förderung durch den Freistaat Bayern kamen Mittel des Bundes für Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ zum Einsatz.

Verfasser: Martin Blösl, Öffentlichkeitsarbeit Don Bosco Kloster Benediktbeuern

Bild: Sebastian Froelich