Vorlage:Jahresbericht 2006/PTH
Aus BeniWiki
- „Ehe und Familie“ als Leitmotiv für das Jahr 2006
„Schenken wir unsere besondere Aufmerksamkeit der Familie. Sie ist Ursprung des Lebens und der Liebe, erster Ort menschlicher Entfaltung“, so Don Pascual Chávez, der Generalobere der Salesianer Don Boscos, in seinem Jahresleitgedanken 2006 für die Don-Bosco-Familie. Von der PTH Benediktbeuern wurde und wird dieses Motto in mehrfacher Hinsicht aufgegriffen.
Bei der Thomas-Akademie der PTH am 27. März sprach der Augsburger Diözesanbischof Dr. Walter Mixa im Allianzsaal des Maierhofs vor 200 Zuhörern über „Ehe- und Familienpastoral heute“. Dabei richtete er den dringenden Appell an die Politik, Familien mit Kindern besser als bisher zu unterstützen.
Die PTH-Ringvorlesung im Wintersemester 2006/07 befasste sich auf Wunsch der Studierenden-Vollversammlung aus der Sicht der einzelnen theologischen Disziplinen mit dem Thema „Ehe und Familie“. Und auch beim gemeinsamen Studientag von PTH und KSFH im Mai 2007 soll es um die Familie gehen.
Studierendenzahl konstant
Die Studierendenzahlen an der PTH blieben im Jahre 2006 im wesentlichen konstant. Zum Jahresende sind insgesamt 293 Studierende eingeschrieben, darunter 134 Hörer im Diplomstudiengang, 3 Kandidaten für das Lizentiat, 21 Promovenden und 135 Studierende der Sozialpädagogik, die an der Theologischen Zusatzausbildung (TZ) bzw. an der Zusatzqualifikation Religionspädagogik teilnehmen. Dazu kommen noch 6 Teilnehmer am E-Kurs Jugendpastoral und einige Habilitanden.
3 Studierende schlossen ihr Studium mit dem Diplom ab. 11 ZRP-Absolventen erhielten am 21. Januar die vorläufige Erlaubnis zur Erteilung von katholischem Religionsunterricht und können nun aufgrund der Kooperation der PTH mit „Theologie im Fernkurs/Katholische Akademie Domschule Würzburg“ in allen deutschen Diözesen an Grund-, Haupt- und Sonderschulen nebenamtlich tätig werden.
Zwei Habilitationen und eine Promotion
Zwei kumulative Habilitation fanden im Jahre 2006 an der PTH statt Am 12. Januar wurde dem an der Katholisch-Theologischen Fakultät Augsburg als Akademischer Rat tätigen Theologen Dr. Manfred Riegger die Lehrbefähigung für Katechetik, Religionspädagogik und Didaktik des Katholischen Religionsunterrichts verliehen. Erstgutachter war Prof. P. Dr. Jacques Schepens SDB. Am 25. April erhielt P. Dr. Ulrich Engel OP aus Berlin die Lehrbefähigung für das Fach der Fundamentaltheologie. Erstgutachter war PTH-Rektor Prof. P. Dr. Lothar Bily SDB.
PTH-Bibliothekar Philipp Gahn befasste sich in seiner von Prof. P. Dr. Angelus Häußling OSB begleiteten liturgiewissenschaftlichen Dissertation mit den Gebetbüchern des „bayerischen Kirchenvaters“ Johann Michael Sailer. Er bestand die Doktoratsprüfung (Rigorosum) am 10. Januar.
Kollegium
Für die beiden Emeriti Prof. P. Dr. Otto Wahl SDB (Altes Testament) und Prof. P. Dr. Miguel Rodríguez SDB (Neues Testament) ist das laufende Studienjahr 2006/07 das letzte Jahr, in dem sie in der Lehre tätig sind. Beiden ist die Hochschule zu großem Dank für ihr Engagement verpflichtet.
Prof. P. Dr. Michael Krämer SDB, emeritierter Neutestamentler der PTH Benediktbeuern, konnte am 5. August sein 50-jähriges Priesterjubiläum begehen. P. Dr. Josef Privoznik SDB, emeritierter Philosophiedozent an der PTH Benediktbeuern, feierte am 21. Oktober seinen 80. Geburtstag. Kirchengeschichtler Prof. P. Dr. Norbert Wolff SDB konnte am 18. September auf 25 Jahre Ordensleben zurückblicken.
DDr. Peter Beer, Münchner Diözesanpriester und Honorarprofessor für Religionspädagogik an der PTH Benediktbeuern, ist im Herbst 2006 zum Leiter des Katholischen Büros Bayern ernannt worden. Ein Lehrauftrag in Philosophie wurde an Dr. Jan Bernd Elpert OFMCap vergeben.
Besondere Veranstaltungen
Prof. Dr. Norbert Wolff SDB nahm vom 12. bis zum 18. Februar in Mexiko an einer Tagung des salesianischen Geschichtsvereins (Associazione Cultori di Storia Salesiana) teil und wurde zum Vorsitzenden dieses Vereins gewählt.
Ein gutes halbes Jahr nach dem Kölner Weltjugendtag stand Anfang März das Thema „Jugendpastoral“ auf der Tagesordnung der Deutschen Bischofskonferenz, die in Berlin zusammenkam. Der Benediktbeurer Jugendpastoraltheologe Prof. Dr. Martin Lechner war dazu der Hauptreferent.
An den beiden Benediktbeurer Hochschulen fand im Sommersemester 2006 ein Seminar zur Aids-Problematik statt. Im Rahmen dieses Seminars wurde am 24. März unter Federführung des Sozialethikers Prof. Dr. Markus Vogt eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Aids, Armut, Sex und Tod – Herausforderung für Theologie und Kirche“ veranstaltet.
Zu einem Sondervortrag lud die PTH am 15. Mai ein. Prof. Dr. Margit Eckholt, Dogmatikerin an der PTH, sprach zum Thema: „’Ohne die Frauen ist keine Kirche zu machen!’ Ein Zeichen der Zeit endlich wahrnehmen“.
Am 21. Juni hielt der renommierte Philosoph Prof. Dr. Richard Schaeffler, der lange Jahre an der Ruhr-Universität Bochum lehrte, einen Gastvortrag zum Thema: „Auf welche Weise denkt der Glaube? Oder: Was kann eine philosophische Einübung in die Theologie leisten?“
Acht Professoren der PTH hörten am 12. September in Regensburg die Rede Papst Benedikts XVI., die im Nachhinein für Aufsehen sorgen sollte. Der Papst betonte, dass Glaube und Vernunft zusammengehören. Er sprach sich für Dialog und gegen Fundamentalismus aus.
Liturgiewissenschaftler Prof. P. Dr. Josip Gregur SDB vertrat das Kloster und die PTH am 10./11. Oktober bei einem internationalen Symposium über die in Benediktbeuern verehrte heilige Anastasia, das in Zadar/Kroatien stattfand.
Besuch vom katholischen Begabtenförderungswerk Cusanuswerk erhielt die PTH am 7. Dezember. Generalsekretärin Dr. Claudia Lücking-Michel sprach zum Thema: „Studienfördermöglichkeiten und die neuen Studiengänge“ und stellte sich anschließend den Fragen der Studierenden.
Am 8. Dezember sprach der evangelische Theologe Prof. Dr. Peter Zimmerling aus Leipzig über Dietrich Bonhoeffer und seine Bedeutung für die aktuelle Pastoraltheologie.
Aktivitäten mit ausländischen Studierenden
An der PTH Benediktbeuern sind über 20 ausländische Studierende eingeschrieben, darunter zwei österreichische Salesianer, die das Diplom anstreben, drei afrikanische Priester, die promovieren möchten, zwei chinesische Ordensschwestern und ein Schweizer Salesianer, die am Jugendpastoralinstitut den sogenannten E-Kurs belegen, sowie mehrere Studentinnen aus Osteuropa, die die ZRP erwerben möchten.
Am 24. Juni fand unter der Leitung der PTH-Auslandsbeauftragten und Dogmatikerin Prof. Dr. Margit Eckholt sowie des Kirchenhistorikers Prof. P. Dr. Norbert Wolff SDB eine vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderte Augsburg-Exkursion für ausländische Studierende statt. Insgesamt zehn junge Leute aus vier Kontinenten nahmen sich – trotz der nahenden Prüfungen – Zeit, die bayerisch-schwäbische Bischofsstadt kennenzulernen. Am 18. Dezember wurde ein vorweihnachtlicher Begegnungsabend mit deutschen und ausländischen Studierenden veranstaltet. Dabei erklangen u. a. Weihnachtslieder aus Burkina Faso, China und Österreich.
Schwerpunkte der Hochschule
Schwerpunkte der Arbeit an der PTH sind Jugendpastoral, Christliche Umweltethik und Salesianische Spiritualität. Hier existieren der bundesweit einzigartige Lehrstuhl für Jugendpastoral (Prof. Dr. Martin Lechner), die Clearingstelle Kirche und Umwelt (Leiter Prof. Dr. Markus Vogt) und das Institut für Salesianische Spiritualität (ISS, Leiter Prof. P. Dr. Josip Gregur SDB).
Die Mitglieder des Instituts für Salesianische Spiritualität bemühen sich darum, im Rahmen der Lehrveranstaltungen salesianische Akzente zu setzen. Im Jahre 2006 ging es dabei besonders um die Person des „Namenspatrons“ Franz von Sales und um die Pädagogik Don Boscos. Das ISS gibt zwei Schriftenreihen heraus: die „Benediktbeurer Schriftenreihe zur Lebensgestaltung im Geiste Don Boscos“ und die „Arbeitstexte“. Außerdem unterhält das Institut die umfangreichste Don-Bosco-Bibliothek des deutschen Sprachraums.
Modularisierung des Theologiestudiums
Eine Herausforderung für die Hochschule wird in den nächsten Jahren weiterhin die Reform des Diplom-Studiengangs im Rahmen des Bologna-Prozesses sein. Bereits seit 2004 beschäftigt sich eine Kommission unter der Leitung von Prof. P. Dr. Norbert Wolff SDB intensiv mit diesem Thema. Der Katholisch-Theologische Fakultätentag und die Deutsche Bischofskonferenz haben im Frühjahr 2006 genauere Vorgaben gemacht.
Am 9. Juli fand an der PTH Benediktbeuern ein Experten-Hearing mit drei Mitarbeitern diözesaner Personalabteilungen statt. Dabei ging es insbesondere um die Berufsfelder der Theologen und um die Anforderungen an die Hochschule. Ein Diözesanvertreter erklärte mit Blick auf die Benediktbeurer Hochschulen: „Für Diplom-Theologen sollte die Möglichkeit des Doppelstudiums unbedingt erhalten bleiben.“ Letztlich sei eine Theologie im Angesicht der Welt und in Auseinandersetzung mit ihr notwendig. Abschließend gab es noch ein Lob von einem der Experten: „Es ist schön, dass die Hochschule den Reformprozess positiv angeht und schaut, wo sich Chancen bieten.“
Die diesjährige Dozentenstudienfahrt führte das PTH-Kollegium vom 24. bis zum 26.Juli nach Ellwangen. Hier beriet man über die „Modularisierung“, d. h. um die Zusammenfassung einzelner Lehrveranstaltungen zu thematischen Einheiten. Die Umstellung des Studiums soll zum Wintersemester 2007/08 erfolgen. In Ellwangen kam es übrigens auch zu einem Wiedersehen mit dem bekannten Künstlerpfarrer Sieger Köder, dem bisher einzigen Ehrendoktor der PTH Benediktbeuern, der den Professoren seinen eindrucksvollen Bilderzyklus in der Heilig-Geist-Kirche erläuterte.
Pater Norbert Wolff SDB
