Vorlage:Jahresbericht 2006/KSFH

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KATHOLISCHE STIFTUNGSFACHHOCHSCHULE MÜNCHEN- ABTEILUNG BENEDIKTBEUERN

Das Jahr 2006 wird in die Geschichte der Kath. Stiftungsfachhochschule München (KSFH) als ein Jahr vermerkt werden, in dem bedeutende Veränderungen geschahen. Für die Abteilung Benediktbeuern wird das in mehrfacher Hinsicht „Gewicht erhalten“. Da ist einmal der für alle sichtbare Fortgang des Erweiterungsbaus. Am 13.07.2006 konnte Richtfest gefeiert werden. Neue Möglichkeiten im Hochschulleben rücken in greifbare Nähe. Das Studentenwerk München wird ab dem Sommersemester 2007 eine quali-fizierte Mensa betreiben, die die Verpflegung der Studentinnen und Studenten wesentlich verbessern wird. Ein Lesesaal der Bibliothek wird die Hochschule an die üblichen Standards anschließen lassen. Und die sozialpädagogischen Übungsräume schaffen Möglichkeiten für Studium, Kultur und Sport, die bisher in Benediktbeuern nicht möglich waren.

Die 1999 von europäischen Kultus- und Wissenschaftsministern gefasste »Bologna Erklärung« zeigt mit dem Beginn des Wintersemesters erneut Wirkung: Der Diplom-Studiengang wird durch einen Bachelor-Studiengang abgelöst. Geradezu „fieberhaft“ wird an der Entwicklung des Studienplans gearbeitet. Dieses Studium wird um ein Praxissemester verkürzt und für ein Drittel der Absolventinnen und Absol-venten soll es nach dem Abschluss die Möglichkeit geben, einen dreisemestrigen »konsekutiven Master-Studiengang« anzuschließen. Auch dieser befindet sich in Entwicklung. Für 2007 wird auch der Start eines BA-Studiengangs »Bildung und Erziehung im Kindesalter« vorbereitet, der Absolventinnen von Fachakademien für Sozialpädagogik mit Fachhochschulreife für Leitungs- und spezielle Bildungsaufga-ben in Kindertagesstätten qualifizieren wird.

Von erheblicher Bedeutung wird von allen Mitgliedern der Hochschule die Tatsache angesehen, dass ab dem Studienjahr 2007/08 auch an der KSFH »Studienbeiträge« erhoben werden sollen. Allseits wird damit gerechnet, dass diese Maßnahme die Hochschulen – und auch die KSFH – verändern wird. Eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Studentinnen und Studenten beschrieb in einem »Eckpunktepapier« einen Rahmen, der die Verwendung der Beiträge, aber auch „Befreiungsregelungen“ umfasst.

Stiftungsrat, Versammlung, Hochschulleitung

Im Stiftungsrat löst Univ. Prof. Dr. Ehrenfried Schulz von der Ludwig-Maximilians-Universität Mün-chen den Regensburger Prof. em. Dr. Johann Hofmeier ab. Der Augsburger Diözesan-Caritasdirektor Msgr. Peter Manz tritt an die Stelle des Passauer Diözesan-Caritasdirektor Konrad Unterhitzenberger.

Die Versammlung der Hochschule wählte in ihrer Sitzung am 31.03.2006 Prof. Dr. Egon Endres zu ihrem Präsidenten. Damit wurde erstmals ein Mitglied des Benediktbeurer Kollegiums in das Präsiden-tenamt gewählt. Er löste Prof. Dr. Michael Pieper ab, der das Amt seit 2002 inne hatte. Die Amtsüber-gabe erfolgte im festlichen Rahmen und in Anwesenheit des Vorsitzenden des Stiftungsrates, Friedrich Kardinal Wetter, am 26.10.2006, an der Abt. München.

Die Hochschulleitung wird gebildet vom Präsidenten, dem Vizepräsidenten und dem Verwaltungsleiter. Sie wird unterstützt durch die »Erweiterte Hochschulleitung«, der drei Dekane, ein Studiendekan, der Direktor des Instituts für Fort- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung, sowie die Frauenbeauf-tragte angehören.

Kollegium

Das Kollegium der Abt. Benediktbeuern erfuhr 2006 bedeutende Veränderungen: Prof. Dr. Egon Endres wurde für vier Jahre in das Präsidentenamt gewählt. Dr. Maria Kurz-Adam, seit 1997 Professorin für Psychologie in der Sozialen Arbeit und Leiterin des Studienschwerpunktes „Hilfen zur Erziehung“, übernimmt im Oktober 2006 eine neue Aufgabe: die Leitung des Jugendamtes der Landeshaupt-stadt München. Neu in das Kollegium kommt zum 01.10.2006 Dr. Walburga Hoff, zuletzt an der Universität Halle tätig, als Professorin für Sozialwissenschaften in der Sozialen Arbeit.

Die Arbeit der Professorinnen und Professoren wurde im Jahr 2006 durch 98 Lehrbeauftragte (51 Frauen und 47 Männer) einschließlich Praxisberatung ergänzt und unterstützt.

Studentinnen und Studenten

Auch der Blick auf die Studentinnen und Studenten zeigt Veränderungen. Einmal ist 2006 die Zahl der Studienplatzbewerberinnen und –bewerber gegenüber dem Vorjahr (seit 2003) weiter rückläufig. Zum Wintersemester 2006/07 bewerben sich 283 Personen (2005/06: 323) um einen Studienplatz im Bachelor-Studiengang. Unter den Anfängerinnen und Anfängern sind 80 Frauen und 30 Männer. Die Zahl derer, die ihre Hochschulzugangsberechtigung an einem Gymnasium erworben haben, hat gegen-über dem Vorjahr (35) leicht zugenommen (41), die Zahl derer mit Fachabitur blieb unverändert (von 63 auf 62). Das Alter der Studienanfängerinnen und –anfänger ist ebenfalls (seit 1996) rückläufig: 35,5 % sind 20 Jahre alt und jünger, 48,2 % sind 21 bis 25 Jahre alt und 16,3 % sind 26 Jahre alt und älter. 110 Studentinnen und Studenten werden schließlich zugelassen, 119 erhalten eine Ablehnung. Nachdem die Zahl der Zulassungen 2004 von 120 auf 110 gesenkt wurde, verringert sich auch die Zahl der eingeschriebenen Studentinnen und Studenten. Zum 01.10.2006 sind 498 immatrikuliert (01.10.2005: 508, 01.10.2004: 535). Nach wie vor kommen die Studentinnen und Studenten aus dem geographischen Nahraum: 170 aus der Diözese Augsburg, 115 aus der Erzdiözese München und Freising und 36 aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Von den 498 Studentinnen und Studenten besitzen 484 die deutsche Staatsbürgerschaft.

2006 erwerben 115 Studentinnen (87) und Studenten (28) ein Diplomvorprüfungszeugnis. 2006 schließen 118 (WS: 41, SS: 77) Studentinnen und Studenten ihr Studium erfolgreich mit dem Erwerb des Diploms ab. Mit dieser bisherigen Höchstzahl von Abschlüssen haben seit 1967 in Benediktbeuern 2967 Absolventinnen und Absolventen ein Abschlusszeugnis in Sozialpädagogik erworben. „Mit Auszeichnung“ (Gesamtnotendurchschnitt 1,0 bis 1,2) schlossen 2006 ihr Studium ab: Caroline Bäck, Romana Baur, Heike Feßler, Rosmarie Gebert, Franziska Günauer, Angela Hackl, Hannes Häntsch, Maria Henninger, Sandra Köhler, Susan Kuschela, Thomas Lang, Tanja Lindner, Lisa Metz, Maria Neugirg, Anja Schellhorn. Am 10.03. und 04.08.2006 finden Akademische Feiern zu Diplomverleihung und Übergabe der Abschlusszeugnisse statt. Prof. Dr. Günther Schatz hält einen Festvortrag unter dem Titel: „Schlüs-selkompetenz Humor?“ Mit einem großen Fest unter dem (cineastischen) Titel „Die Welt ist nicht ge-nug“ beschließt der Studienjahrgang M-2002 seine „Zeit in Bene“. Birgit Weiß erhielt für ihre Diplom-arbeit „Die Organisation von Lernfesten. Eine neue Form der der Projektarbeit in der Erwachsenenbildung“ eine Auszeichnung durch den »Förderverein Katholische Stiftungsfachhochschule München«. – Die Zahl derer, die in einem neunten Semester ihre Diplomarbeit schreiben, beträgt seit mehreren Jahren rund 50 % eines Studienjahrgangs. Die Zahl derer, die länger als neun Semester studieren, ist jedoch verschwindend niedrig.

Das Profil der Hochschule

Das Profil der Hochschule bilden Studien- und vor allem Vertiefungsbereiche, die nicht an allen Hochschulen angeboten werden und unter denen Studentinnen und Studenten wählen können. In Benediktbeuern sind dies im Grundstudium zunächst Behindertenhilfe, Betriebliche Sozialarbeit, Familienhilfen, Freizeithilfen, Gefährdetenhilfe und Resozialisierung, Hilfen zur Erziehung, Jugendarbeit, Interkulturel-le Sozialarbeit, Migrationshilfen, die Arbeit mit psychisch kranken Menschen, geschlechtsspezifische Soziale Arbeit und Umwelt- und Kulturpädagogik. Im Hauptstudium bilden die mit zwanzig Semesterwochenstunden ausgestatteten Studienschwerpunkte das bedeutendste Element der Profilbildung. Dabei werden „Familienhilfen“, „Hilfen zur Erziehung“, „Jugendarbeit mit Jugendsozialarbeit“, „Soziale Ar-beit mit Menschen mit Behinderungen“ (Rehabilitation), „Gefährdetenhilfe“ (Resozialisierung), „Orga-nisation sozialer Dienste“ und „Umwelt- und Kulturpädagogik“ in Gruppen mit maximal achtzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern intensiv studiert.

Zum Profil der Hochschule als kirchliche Einrichtung trägt seit den Anfangsjahren ein spezifisch theologisches Lehrangebot im Wahlpflichtbereich bei. Der BA-Studiengang der KSFH kennt aber auch ein Pflichtmodul mit dem Titel „Philosophisch-theologsiche Grundlegung der Sozialen Arbeit“. Die „Theologische Zusatzausbildung“ (TZ) wird seit vielen Jahren von den Studentinnen und Studenten in großer Zahl angenommen und mit persönlichem Gewinn studiert. Im WS 2006/07 schreiben sich 110 Studentinnen und Studenten in dieses Angebot ein; davon 47 Studienanfängerinnen und –anfänger. Für die an die TZ anschließende „Zusatzqualifikation Religionspädagogik“ (ZRP), die von der Phil.-Theol. Hochschule angeboten wird, interessieren sich zunehmend mehr Studentinnen und Studenten aus dem Hauptstudium.

Auch die »Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik« (ZQ), die zusammen mit dem Institut für Jugendarbeit des Bayerischen Jugendrings Gauting, den Jugendbildungsstätten Burg Schwaneck, Hindelang und Königsdorf und mit Fachverbänden (Deutscher Alpenverein Bayern, Bayerischer Kanu-Verband, Verband der Höhlen- und Karstforscher) organisiert wird, erfreut sich regen Zuspruchs und gibt der Abt. Benediktbeuern der KSFH „eine besondere Note“. Im Juli 2006 ging ein weiterer Lehrgang »Pastoralkurs für Ständige Diakone im Hauptberuf« zu Ende, den die beiden Benediktbeurer Hochschulen gemeinsam für Anwärter auf das Diakonen-Amt in Bay-erischen Diözesen organisieren und durchführen.

Der Weiterbildungsstudiengang „Master of Social Work“, den beide Abteilungen der KSFH seit 2001 gemeinsam anbieten und realisieren, hat im dritten Studienjahrgang zum Ende des Jahres 2006 sein Programm weitgehend erfüllt. Dieser Jahrgang zeichnet sich dadurch aus, dass keine Studienabbre-cher zu verzeichnen sind. Im Oktober 2007 wird der 4. Studienjahrgang starten.

Studentisches Leben

Das Studentische Leben in Benediktbeuern unterscheidet sich nicht wesentlich von dem der Studentin-nen und Studenten an anderen Hochschulorten; aber es hat besondere Akzente. Auch hier kennt man die existentiellen Fragen: Wohnen, essen, leben. Die Größe der kleinen Hochschule ermöglicht viele gemeinsame Aktionen, die den »besonderen Charakter« ausmachen. U. a. kann man nennen: Ein »Nachtfloh-markt«, mehrmals Kleinkunstbrettl, wöchentlich »Kneipe«, ein »Kalenderprojekt zum Kommerzwahn im Advent«, ein »Kurzfilmfestival« in der Heimatbühne Kochel, eine Aktion »Landminen« der ai-Gruppe, ein »Schwarz-Weiß-Ball«, das TZ-Sommerfest, eine Fotoausstellung mit dem Titel »Blickwin-kel«, eine Installation am Brunnen mit Müll, ein Konzert zum Abschied von und mit der Liedermacherin Franziska Pretsch, diverse Nikolaus- und Adventsfeiern, Parties, Stammtische für Allgäuer und Fran-ken, Bioladen im März 2006 aufgelöst.


Kooperationen

Kooperationen und „Vernetzungen“ sind in der modernen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit geworden. Auch die KSFH nutzt zahlreiche Möglichkeiten. Zu den Partnern zählen 2006 die Phil.-Theol. Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern, die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern mit Sitz in Herrsching, das Generation Research Programm der Ludwig-Maximilians-Universität München in Bad Tölz. Mit dem Fachbereich »Soziale Arbeit« der Fachhochschule München finden regelmäßig Informations- und ggf. Koordinierungsgespräche statt. Die »Georg-von-Vollmar-Akademie« in Kochel, der »Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit« und die »Lernende Region Tölzer Land«, um die bedeutendsten zu nennen. Die intensivste Zusammenarbeit besteht mit der Phil.-Theol. Hochschule. Im WS 2006/07 sind 78 Studentinnen und Studenten gleichzeitig an beiden Hochschulen eingeschrieben. Die 18. Weltkonferenz der International Federation of Social Workers (IFSW) zu ihrem 50-jährigen Bestehen, die vom 30.07. bis 03.08.2006 in München unter dem Thema „Soziale Balance in einer Welt der Ungleichheit“ stattfindet, macht in Benediktbeuern eine »Field Visit« und freut sich über den Barock ebenso wie über die kleine Hochschule auf dem Land. Seit dem Frühjahr 2006 existiert (auch) an der Abt. Benediktbeuern eine Mailingliste. Sie läuft im Internet und bietet über E-Mail jenen, die sich selbst eintragen, die Möglichkeit zum Nachrichtenempfang aus der KSFH. Im Sommer 2006 starten auch die Studentinnen und Studenten ein »Portal« im Internet (»Studieren in Benediktbeuern«), das über die „News“ der Woche informiert – bis hin zum Speiseplan der Mensa.

Das Forum Fachhochschule Benediktbeuern

Das FORUM FACHHOCHSCHULE BENEDIKTBEUERN, der Freundes- und Förderkreis der Kath. Stiftungsfachhochschule München Abt. Benediktbeuern, veranstaltet am 03.11.2006 seine Mit-gliederversammlung. Das für den 04.11.2006 geplante und vorbereitete 9. Herbst-FORUM musste wegen geringer Anmeldungen abgesagt werden. Die Abt. Benediktbeuern der KSFH zeichnet sich auch durch eine beachtliche »Alumni-Präsenz« aus. Das FORUM und die Hochschule unterstützen gerne Aktivitäten von Absolventinnen und Absolventen, die sich am häufigsten in Ehemaligen-Treffen ausdrücken. Am 23.09.2006 veranstalteten Ehemalige des Studienjahrgangs R-1982 aus Anlass der 20. Wiederkehr ihres Studienabschlusses ein Treffen an der KSFH, zu dem 40 Personen kamen.

Katholische Hochschulgemeinde

Einen beachtenswerten Beitrag zum „guten Gang der Hochschule“ leistet die Katholische Hochschulgemeinde (KHG). Nicht nur der Eröffnungsgottesdienst zum Beginn des Studienjahres liegt in ihrer Hand, sondern auch ein guter Teil der Einführungswoche sowie die Redaktion für die Broschüre „Willkommen in Bene“. Auf dem Benediktbeurer Christkindlmarkt ist sie gleichsam eine „Botschafterin“ der Hochschule.

Totengedenken

  • Dr. med. Charlotte Klein, 1974 bis 1978 Lehrbeauftragte für Sozialmedizin, starb am 9.03.2006 in Köln im Alter von 83 Jahren.
  • P. Franz Betz SDB, Student der KSFH im Jahrgang E-1971, starb am 31.03.2006 in Cham im Alter von 56 Jahren.
  • Wilfried Dewald, Leiter der Jugendbildungsstätte Hindelang, Lehrbeauftragter an der KSFH Benediktbeuern für die „Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik“, verstarb völlig überraschend am 24.04.2006.
  • Doris Pfefferle, Studentin der KSFH im Jahrgang E-1971, starb am 16.06.2006 in Kempten im Alter von 58 Jahren.
  • P. Martin König SDB, Student der HFSP im Jahrgang B-1968, starb am 28.06.2006 in Mühldorf am Inn im Alter von 60 Jahren.
  • Msgr. Martin Neppig, Professor für Theologie an der Kath. Stiftungsfachhochschule München, Mitarbeiter im Pastoralkurs für Ständige Diakone im Hauptberuf, starb am 3.10.2006 in München im Alter von 88 Jahren.


Pater Franz Schmid SDB

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