Salesianischer Geschichtskongreß in Krakau
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Auswirkungen von Nationalsozialismus und Kommunismus auf die pädagogische Arbeit werden diskutiert
In Krakau beginnt am Mittwoch, 31. Oktober 2007, ein europaweiter historischer Kongreß über die »Salesianische Erziehung in besonders schwierigen Jahren des 20. Jahrhunderts«. Bis zum Sonntag, 4. November 2007, werden rund 50 Salesianer Don Boscos, Don-Bosco-Schwestern und Laien aus 12 Ländern über die Auswirkungen der zwei Weltkriege, des Nationalsozialismus, des Kommunismus und des Faschismus auf die pädagogische Arbeit im Geiste Don Boscos diskutieren. Veranstalter des Kongresses ist der Salesianische Geschichtsverein (Associazione Cultori di Storia Salesiana = ACSSA) in Verbindung mit dem Salesianischen Historischen Institut in Rom (Istituto Storico Salesiano = ISS).
Wie der ACSSA-Vorsitzende, der Benediktbeurer Kirchenhistoriker Professor Pater Dr. Norbert Wolff SDB, betont, habe man den Titel der Veranstaltung bewußt offen formuliert, um Erfahrungen aus unterschiedlichen Ländern einbeziehen zu können: »Es wird um salesianische Erziehungsheime in Deutschland und Österreich während der Nazizeit gehen und ebenso um Untergrundseelsorge in der Sowjetunion. Ein ehemaliger Insasse eines kommunistischen Konzentrationslagers in der Tschechoslowakei kommt zu Wort. Und außerdem werden die Schrecken des Zweiten Weltkriegs aus sehr unterschiedlichen Perspektiven thematisiert.«
Für den Allerseelentag (Freitag, 2. November 2007) ist eine Fahrt nach Auschwitz geplant. Norbert Wolff wird nach der Besichtigung des Konzentrationslagers im nahegelegenen Begegnungs- und Gebetszentrum über das Thema »Oświęcim/Auschwitz als salesianischer Erinnerungsort« sprechen. »Die Geschichte, mit der wir uns beschäftigen, war eine Geschichte der Heiligkeit und des Heroismus, aber auch der menschlichen Schwäche, eine Geschichte der Verfolgung, aber auch der Kollaboration«, so der ACSSA-Vorsitzende. »Uns ist es wichtig, in einen ehrlichen und kritischen Dialog einzutreten.«
Der Orden der Salesianer Don Boscos, 1859 in Turin durch den Jugendseelsorger Giovanni Bosco (1815–1888) gegründet, ist mit mehr als 16.000 Mitgliedern der zweitgrößte Männerorden der katholischen Kirche. Der 1872 gegründete Orden der Don-Bosco-Schwestern ist mit mehr als 15.000 Mitgliedern der zweitgrößte Frauenorden der katholischen Kirche. Beide Gemeinschaften widmen sich weltweit der Jugendarbeit und Jugendseelsorge. In Deutschland wirken 350 Salesianer Don Boscos und 100 Don-Bosco-Schwestern in Schulen, Internaten, Jugendhilfeeinrichtungen, Jugendbildungsstätten, Jugendzentren, Ausbildungswerkstätten, Pfarreien und Kindergärten.
--Nwolff.sdb 22:31, 27. Okt 2007 (CEST)
Siehe auch
- KZ inclusive (8. November 2007)
- Salesianer Don Boscos - weltweit
- Don-Bosco-Schwestern
Externe Links
- Programm in Krakau: englisch / italienisch
- Eröffnungsrede des ACSSA-Vorsitzenden am 31.10.2007 (pdf-Dokument, italienisch): Saluto del presidente dell'ACSSA don Norbert Wolff SDB
- Salesianischer Geschichtsverein (ACSSA): englisch / italienisch
- Vorstand der ACSSA: englisch / italienisch
- Salesianisches Historisches Institut (ISS): englisch / italienisch
