Herzlich willkommen im Kloster Benediktbeuern
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Dieser Artikel ist die online-Version des Folders "Herzlich willkommen im Kloster Benediktbeuern. Salesianer Don Boscos. Jugend - Schöpfung - Bildung. heute für morgen", der für Gäste und Besucher des Klosters Benediktbeuern zur Verfügung steht.
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Die Geschichte des Klosters
Auf das Jahr 725 lässt sich die Gründung des Klosters Benediktbeuern durch Karl Martell datieren. Am Eingang in die Bergwelt sollte die zunächst rein weltliche Station Buron den Weg über den Kesselberg und durch das obere Loisachtal zum Brennerpass und nach Italien kontrollieren. Wenige Jahre später kamen Mönche hinzu. Der Hl. Bonifatius weihte 739 die Kirche und führte den Alemannen Lantfrid, den Karl Martell als hoheitlichen Vasallen eingesetzt hatte, als Abt in sein kirchliches Amt ein. Benediktbeuern ist eines der ältesten Benediktinerklöster und wichtigsten christlichen Missionszentren in Bayern. Karl der Große vermittelte ihm die Armrelique des Hl. Benedikt, durch die es später den erweiterten Namen erhielt. Nach der Zerstörung durch die Ungarn im Jahre 955 wurde es mit Unterstützung des Hl. Ulrich von Augsburg wieder aufgebaut. 1031 erfolgte durch Kaiser Konrad II. die Neubesiedlung mit Benediktinern von Tegernsee und die erneute Erhebung zum reichsunmittelbaren Kloster. Es erlebte eine lange Blütezeit. Im Jahre 1250 umfasste die Klosterbibliothek rund 250 Handschriften. Die berühmteste unter ihnen sind die später hinzu gekommenen "Carmina Burana" (Lieder aus Benediktbeuern), die größte Sammlung weltlicher und geistlicher Lieder des Mittelalters in Europa, aus dem 13. Jahrhundert, aber im Kloster Benediktbeuern weder geschrieben noch gesammelt; bei der Säkularisation 1803 in der Klosterbibliothek entdeckt. Weltbekannt wurden die Lieder durch die moderne Vertonung von Carl Orff im Jahre 1937.
1490 zerstörte ein Großbrand die zentralen Klostergebäude. Nach dem 30jährigen Krieg kam es erneut zu einer kulturellen Hochblüte. Das Gymnasium mit musischem, mathematischem und botanischem Schwerpunkt wurde wieder eröffnet und eine Theologische Hochschule der Bayerischen Benediktinerkongregation errichtet. P. Karl Meichelbeck, der "bayerische Mabillon" († 1734), zeichnete sich als Historiker, P. Ägidius Jais († 1822) als Pastoraltheologe aus. Das Kloster war ein Ort des geistlichen Lebens, der Bildung und Wissenschaft.
Die barocke Klosteranlage
Vom Jahre 1699 an entstand die barocke Klosteranlage. Bedeutende Künstler jener Zeit wie Kaspar Feichtmair, Stefan Kessler, Georg Asam, Johann Baptist Zimmermann, Johann Michael Fischer, Ignaz Günther, Johann Michael Feuchtmayer u.a. gaben dem Kloster seine heutige Gestalt. Das von 1708-1718 errichtete Ökonomie-Gebäude - der Maierhof - war eines der beeindruckendsten landwirtschaftlichen Gebäude der Barockzeit und als Zentrum der umfangreichen klösterlichen Landwirtschaft ein Modellbetrieb seiner Zeit.
Die Aufhebung des Klosters 1803
Die gewaltsame Säkularisation von 1803 beendete in Benediktbeuern eine tausendjährige segensreiche Tätigkeit der Benediktiner. Das Kloster wurde weltlich-privater Besitz. Joseph von Utzschneider errichtete darin 1805 eine moderne optische Glasfabrikation. Von 1808-1818 arbeitete hier der berühmte Forscher Joseph von Fraunhofer und erzielte seine bahnbrechenden Erfolge. Ab 1819 in Staatsbesitz, dienten die Gebäude u.a. als Kaserne, Militärfohlenhof, Invalidenheim, Gefängnis, Genesungsanstalt für Soldaten.
Neubeginn des klösterlichen Lebens 1930
Im Jahre 1930 begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Klosters. Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos (SDB) erwarb die Klosteranlage. In einem bis heute andauernden Sanierungs- und Restaurierungsprozess wurden die Gebäude vor dem Verfall bewahrt und mit neuem geistlichen und kulturellen Leben erfüllt. Entsprechend dem Auftrag ihres Gründers, des Priesters und Jugenderziehers Johannes Bosco (1815-1888), entwickelten die Salesianer Don Boscos das Kloster zu einem Zentrum religiöser Bildung, Wissenschaft und Erziehung im Dienst an jungen Menschen.
Zwei Hochschulen befinden sich heute im Kloster. An der Philosophisch-Theologischen Hochschule - Theologische Fakultät (PTH) mit dem Studienschwerpunkt Jugendpastoral können Studentinnen und Studenten alle akademischen Grade erwerben. An der Fachhochschule für Soziale Arbeit (KSFH) in Trägerschaft der "Kath. Bildungsstätten für Sozialberufe in Bayern" werden ein Bachelor-Studiengang "Sozialpädagogik" und ein Master-Studiengang "Social Work" angeboten. Es ist möglich, den BA-Studiengang Sozialpädagogik und den Diplomstudiengang Kath. Theologie parallel zu studieren.
Das Jugendpastoral-Institut Don Bosco (JPI) dient der fachlichen und persönlichen Qualifizierung von Ordensleuten und Laien für den vielfältigen Einsatz der Ordensgemeinschaft in der Kinder- und Jugendhilfe bzw. in der Jugendseelsorge. Schwerpunkte der Arbeit im JPI sind die Forschung, die Lehre und Vortragstätigkeit sowie Fort und Weiterbildungsmaßnahmen.
Diesem Anliegen verpflichtet ist auch das Institut für salesianische Spiritualität, Pädagogik und Geschichte (ISS). Es hat den Auftrag, das geistliche und pädagogisch-pastorale Erbe des Turiner Jugendapostels Johannes Bosco im deutschen Sprachraum durch entsprechende Forschungsprojekte, Publikationen, Lehrangebote und Fortbildungen fruchtbar zu machen.
Mit dem Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK), das im ehemaligen Maierhof seinen Sitz hat, leistet die Ordensgemeinschaft einen wichtigen Beitrag zur christlichen Schöpfungsverantwortung. Naturschutz- und Landschaftspflege, Naturlehrgebiet mit Lehrpfaden und Biotopen, Meditations- und Kräutergarten, geführte Exkursionen ermöglichen unmittelbare Naturerfahrung. Im Tagungs- und Gästebereich und in der Bildungsarbeit werden Werthaltungen und ökologisches Lernen vermittelt.
Die Jugendherberge (JH), die jährlich von vielen jungen Leuten besucht wird, hält ein reichhaltiges Programm zur aktiven Gestaltung von Schullandaufenthalten und Klassenfahrten bereit.
Die Jugendbildungsstätte Aktionszentrum (AZ) bietet jungen Menschen bei Orientierungstagen, Kursen und Erlebnisfahrten Möglichkeiten zur Begegnung, zu sozialem Handeln, zur Lebens- und Glaubenserfahrung.
Seit September 2001 hat das Kloster eine eigene, moderne Energiezentrale, in der aus regenerativen Energiequellen (Wasserturbinen, Biomasse, Solarenergie, Photovoltaik, Pflanzenöl) über 80 % des Energiebedarfs der Klosteranlage gewonnen werden.
Siehe auch
- Dieser Artikel in englischer Sprache: Welcome in Benediktbeuern Monastery
- Dieser Artikel in italienischer Sprache: Benvenuti nel convento di Benediktbeuern
- Einrichtungen im Kloster Benediktbeuern
Externe Links
- Kloster Benediktbeuern auf de.wikipedia.org


