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Salesianer Don Boscos verabschieden Selbstverpflichtung
Die deutschen Salesianer Don Boscos stellen sich den dunklen Seiten ihrer Geschichte und haben einhellig eine Selbstverpflichtung zu den Themen sexueller Missbrauch und pädagogische Misshandlungen verabschiedet. Auf der bundesweiten Ordensversammlung, dem Provinzkapitel, das vom 24. bis zum 28. Mai 2010 in Benediktbeuern zusammentrat, bildete die Auseinandersetzung mit den aktuellen Vorwürfen zur Vergangenheit einen besonderen Schwerpunkt.
Dr. Wunibald Müller (Münsterschwarzach), ein anerkannter Pastoralpsychologe, beschäftigte sich als externer Referent mit der Bedeutung einer integrierten Sexualität für eine reife persönliche und gemeinschaftliche Ordensidentität. Der Obere der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos, Provinzial Pater Josef Grünner (München), bat im Namen der Ordensgemeinschaft alle Opfer um Vergebung und berichtete ausführlich über die gegen verschiedene Mitbrüder und Mitarbeiter erhobenen Beschuldigungen. Seine Ausführungen und der Austausch darüber ließen eine große Betroffenheit aufkommen, die in einen Buß- und Bittgottesdienst hineingetragen wurde. Die Kapitulare sind sich einig, dass dieses Thema sie für lange Zeit beschäftigen wird. Deshalb verabschiedeten sie eine Selbstverpflichtung, die eine zukunftsorientierte Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels ihrer Ordensgeschichte vorsieht.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die aktuelle Diskussion um die Weiterentwicklung des Klosters Benediktbeuern. Die Salesianer Don Boscos sind sich bewusst, dass das Hochschul- und Bildungszentrum in Benediktbeuern einen besonderen Stellenwert für die deutsche Ordensprovinz und darüber hinaus hat. Die zukunftsorientierte Entwicklung dieser Einrichtung für die Salesianer, die deutsche Kirche und ihre Sozialeinrichtungen ist den Delegierten ein besonderes Anliegen. Deshalb bekräftigte und erweiterte das Provinzkapitel die bereits geschehene Einsetzung einer Arbeitsgruppe zur Zukunftsentwicklung des jugendpastoralen Kompetenzzentrums Benediktbeuern.
Der Provinzial P. Josef Grünner informierte die 72 Delegierten aus den 30 verschiedenen Ordensniederlassungen in Deutschland (und einer Niederlassung in der Schweiz) in seinem ausführlichen Bericht über die Lage der Ordensprovinz. Schwerpunkte bildeten in diesem Zusammenhang die Themenbereiche Ordensgemeinschaft, Sendung zur Jugend in den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern, wirtschaftliche Herausforderungen sowie notwendige Strukturen für die Arbeit. Darüber hinaus legte der Provinzial Rechenschaft ab über die Umsetzung des beim letzten Provinzkapitel vor drei Jahren beschlossenen Provinzentwicklungsplanes.
Die Diskussion darüber zeigte, dass der damals eingeschlagene Weg mitgegangen wird und die damit verbundenen Einschnitte und Einschränkungen einhellig mitgetragen werden. Zugleich ist die Provinzgemeinschaft offen für neue Herausforderungen: Die Zielgruppe der jungen Menschen mit Migrationshintergrund soll verstärkt in den Blick genommen werden. In Europa sollen innerhalb der Ordensprovinzen und zusammen mit anderen Trägern die Kooperationen ausgebaut werden. Die bisherigen guten Erfahrungen in der Arbeit mit Freiwilligen ermutigen dazu, die entsprechenden Konzepte weiter zu entwickeln.
--Nwolff.sdb 12:04, 30. Mai 2010 (UTC)
