Europäische Hochkultur und katholisch-orthodoxe Ökumene

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Studierende der PTH Benediktbeuern besuchten München

An der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos Benediktbeuern sind derzeit rund 15 ausländische Studierende aus vier Kontinenten eingeschrieben. Die angestrebten Studienabschlüsse sind sehr unterschiedlich – von der Zusatzqualifikation Religionspädagogik über das Diplom und das Lizentiat bis hin zur Promotion in Katholischer Theologie. Damit die jungen Leute auch die deutsche Kultur und Geschichte besser kennen lernen und damit es zu Begegnungen mit Studierenden aus anderen Nationen kommt, finden immer wieder vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderte Exkursionen statt.

Am Samstag, 16. Februar 2008, fuhr eine Gruppe deutscher und ausländischer Studierender unter der Leitung der PTH-Auslandsbeauftragten und Dogmatikerin Prof. Dr. Margit Eckholt sowie des Kirchenhistorikers Prof. Pater Dr. Norbert Wolff SDB nach München. Auf dem Programm stand zunächst ein Besuch der Alten Pinakothek mit einer Sonderausstellung des italienischen Renaissancemalers Parmigianino (1503–1540). Hier wurde den Studierenden deutlich, dass die europäische Hochkultur schon immer durch internationalen Austausch geprägt war.

Zum eigentlichen Höhepunkt der Exkursion sollte der Besuch der griechisch-orthodoxen Allerheiligenkirche in Schwabing werden. Als die Benediktbeurer Gruppe in der Kirche eintraf, ging gerade eine griechische Hochzeitsfeier zu Ende: Braut und Bräutigam bekamen einen Hochzeitskranz aufgesetzt, wurden vom Priester gesegnet und zogen in Prozession durch die Kirche. Im Anschluss daran sangen orthodoxe Geistliche die Vorabendvesper, die immerhin eine Dreiviertelstunde dauerte.

Nach der Vesper begrüßte Erzpriester Apostolos Malamoussis die Benediktbeurer Theologen und lud zu einer Kirchenführung ein. Ausgehend von einigen Kunstwerken bzw. Einrichtungsgegenständen (Ikonenwand, Taufbecken, Altar), erläuterte er die Besonderheiten des Gottesdienstes und der Theologie in seiner Kirche. Stärker als die westlichen Christen, so der Erzpriester, betonten die Orthodoxen das Geheimnisvolle, das Mystische. Dennoch gebe es unter den getrennten Christen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

Zur abschließenden Diskussionsrunde im Bibliothekssaal erschien ein leibhaftiger Weihbischof, Vasilios Tsiopanas aus Stuttgart, der gerade zu einer Visitation in München weilte. Bei griechischem Wein und Gebäck drehte sich das Gespräch vorwiegend um pastorale Fragen und Erfahrungen. Die Studierenden waren sich nachher einig: »Derartige Exkursionen sollten häufiger stattfinden.« Und vielleicht klappt es irgendwann einmal mit dem Gegenbesuch von Weihbischof Tsiopanas und Erzpriester Malamoussis in Benediktbeuern.

--Nwolff.sdb 15:02, 20. Feb 2008 (CET)

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