Don Bosco Club Benediktbeuern Konzeption
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Die Konzeption des Don Bosco Clubs Benediktbeuern ist der Handlungsleitfaden für die lokale Offene Kinder- und Jugendarbeit. Aufgrund besserer Lesbarkeit wurde auf eine paritätische Schreibweise verzichtet.
Download: Konzeption Don Bosco Club (pdf-Datei, 109 KB; Stand: März 2008)
LEITBILD
Der Don Bosco Club (DBC) ist eine Kinder- und Jugendfreizeitstätte, die offene Jugendarbeit betreibt. Als offenes Haus für alle Kinder und Jugendlichen knüpfen wir an den Interessen junger Menschen an und fördern über spezielle Angebote die Entwicklung der Einzelnen, Selbstbestimmung, gesellschaftliche Mitverantwortung und soziales Engagement. Der Don Bosco Club stellt einen Ort der Erholung und des Ausgleichs von den Alltagsanforderungen dar, sowie einen Raum für Kommunikation und Beziehungen. Im Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) werden in der offenen Jugendarbeit Möglichkeiten der Freizeitgestaltung (§ 11 KJHG), wie auch des sozialen und kulturellen Lernens und der kreativen Selbstverwirklichung angeboten. Teilweise stellt dabei die Arbeit mit dem Ziel der „Überwindung individueller Beeinträchtigung“ (Unterstützung und Begleitung der Jugendlichen bei Bewerbungsschreiben, Berufsfindung oder Arbeitsplatzsuche etc….) einen Übergang zur Jugendsozialarbeit (nach § 13 KJHG ) dar. Elementarer Bestandteil unserer Jugendarbeit ist der Offene Treff, um den herum sich verschiedene weitere Angebote ansiedeln.
EINLEITUNG
Träger des Don Bosco Clubs Benediktbeuern ist seit 01. 01. 2006 der eigens zu diesem Zweck gegründete „Trägerverein Kinder- und Jugendarbeit im Loisachtal e.V.“. Dessen Vorstand wählt den Geschäftsführer, koordiniert die wesentlichen Belange und gibt die Richtlinien vor. Offene Kinder- und Jugendarbeit steht grundsätzlich allen Kindern und Jugendlichen offen, egal, welcher Herkunft sie sind und welcher Nationalität oder Konfession sie angehören. Der Don Bosco Club Benediktbeuern ist ein Angebot der offenen Jugendarbeit für junge Menschen. Im Sinne des KJHG ist „junger Mensch, wer noch nicht 27 Jahre als ist“ (KJHG § 7 Abs. 1). Insbesondere sollen Jugendliche, die nicht oder weniger in Verbands- oder Vereinsstrukturen eingebunden sind, angesprochen werden. Das Jugendalter ist in hohem Maße geprägt von der Suche nach und der Arbeit der jungen Menschen an der eigenen Identität. Jugendliche setzen sich in einer entwicklungspsychologisch wichtigen Phase mit sich selbst, ihrem Platz in der Gesellschaft und den „Strukturen“ des Erwachsenwerdens und Erwachsenenlebens auseinander. Ihre Suche nach Unabhängigkeit findet in Abgrenzung zum Elternhaus und „den Erwachsenen“ im Allgemeinen statt, wobei die Gruppe der Gleichaltrigen (Peergroup) von enormer Wichtigkeit ist. Das Freizeit- und Konsumverhalten von Kindern und Jugendlichen ist sehr stark durch Spontaneität gekennzeichnet. Vor allem stellen aber Jugendliche Fragen an die Gesellschaft, in der sie leben und in die sie „hineinwachsen“. Dabei haben gerade Jugendliche oftmals Probleme, für die Vertretung ihrer Anliegen auf eine gesellschaftlich relevante Lobby zurückgreifen zu können. Themen und Aktivitäten, die für sie von Bedeutung sind – und bei denen sie durch uns Unterstützung erhalten – sind überwiegend: Auseinandersetzung mit Alltagsproblemen und –themen (Schule, Ausbildung, Familie, Beziehung/Freundschaft, Sexualität, etc.) Auseinandersetzung mit dem Erwachsenwerden (Zukunftssorgen, Berufsfindung, Orientierung, etc.) Auseinandersetzung mit speziellen privaten und gesellschaftlichen Problemen (Gewalt, Drogen, Jugendschutz, Kriminalität/Diebstahl, Sexueller Missbrauch, Rechtsradikalismus, etc.)
OFFENE JUGENDARBEIT
Spezifische Ziele unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Ausgehend von den Zielen und Handlungsmaximen werden in der direkten Arbeit mit jungen Menschen folgende spezifische Ziele operationalisiert und verfolgt:
Sinnvolle Freizeitgestaltung Schutz vor Gefährdungen Persönlichkeitsentwicklung Gemeinschaftsfähigkeit Geschlechtsspezifische, individualisierende Erziehung/Förderung Unterstützung bei Schule, Beruf, Arbeit Gesellschaftspolitische Bildung
In unserer Arbeit bedienen wir uns der gängigen Methoden der Sozialen Arbeit:
- Beratung / Einzelfallorientierte Hilfe
Die pädagogische Fachkraft steht als Ansprech- und Gesprächspartner während des Offenen Betriebs zur Verfügung: Dabei steht der einzelne Jugendliche mit seinen individuellen Stärken und Schwächen, Ängsten und Nöten, Freuden und Bedürfnissen im Mittelpunkt. Bei Bedarf wird auf kooperierende Fachstellen zurückgegriffen und der Kontakt zu diesen hergestellt.
- Verschiedene Elemente der Gruppenarbeit
Soziale Gruppenarbeit ergibt sich meist über Projekte und Veranstaltungen aus dem offenen Treff heraus: Disco, Partys, Turniere (Billard, Kicker, usw.), Sport, Mädchengruppe, Body-Painting, Themenabende, Fahrten usw. Diese Aktionen entstehen in der Planung und Durchführung mit einer relativ festen Gruppe aus dem Club und sprechen ein größeres oder auch spezielles Publikum an. Wichtig bei allen besonderen Angeboten ist, dass sie die Interessen der jungen Menschen aufnehmen und diese in die Planung und Durchführung miteinbezogen werden. Dabei geht es darum die Jugendlichen zu befähigen, ihre Lebensbedingungen in eine positive Richtung (durch Eigeninitiative) zu verändern.
Bereitstellen von Räumen, Ausstattung und Personal
Der offene Treff ist das Herzstück des Don Bosco Clubs. Zu den regelmäßigen Öffnungszeiten können alle Jugendlichen ohne fest strukturierte Gruppen unser Raum- und Funktionsprogramm nutzen. Das pädagogische Personal steht als Ansprechpartner zur Verfügung (Da-Sein), vermittelt bei Konflikten und greift die Interessen der Jugendlichen auf. Gerade aus dem offenen Treff heraus entstehen weitere Angebote.
Wir stellen den Kindern und Jugendlichen im Don Bosco Club Räume sowie unterschiedlichste Materialien zur Verfügung. Mit unseren Mitarbeitern unterstützen und begleiten wir die unterschiedlichen Anliegen und stehen als Gesprächspartner bereit. Zudem verstehen wir den Club auch als Zusammensetzung unterschiedlicher sozialer Räume: Sozialer Nahraum: Für die Kinder und Jugendlichen, die den Club besuchen, stellt der Club eine feste Größe dar. Hier kann man sich mit seinen alltäglichen Problemen und Schwierigkeiten in einer Atmosphäre des Vertrauens angenommen und geborgen fühlen. Freiraum: Jenseits der gesellschaftlichen Zwänge und des alltäglichen Leistungsdrucks kann man sich im Club ausprobieren und selbst erfahren. Hier kann man einfach auch so sein, wie man eben ist. Angstfreier Raum: Der Club ist ein sozialer Raum, in dem sich junge Menschen angstfrei bewegen können. Trotz all der Reibereien, die das Jugendalter mit sich bringt, wird man hier grundsätzlich akzeptiert. Gewalttätige Auseinandersetzungen sind geächtet. Lernraum: Junge Menschen müssen im Club lernen in gegenseitiger Verantwortung für- und miteinander auszukommen. Hier können sich junge Menschen selbst entfalten, eigene Stärken entwickeln und eigene Schwächen kennen lernen.
Beteiligung und Form der Mitgestaltung
Die Kinder und Jugendlichen werden entsprechend ihrem persönlichen Entwicklungsstand an den sie betreffenden Entscheidungen nach § 8 KJHG beteiligt. Basierend auf dem Prinzip der Freiwilligkeit werden sie in die offene Arbeit einbezogen (im Besonderen als ehrenamtliche Mitarbeiter). Besonderen Wert legen wir darauf, ihre Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und zu begleiten. Das heißt, dass wir ihnen im Club einen Rahmen geben, ihre Fähigkeiten zu entdecken und diese zu entwickeln.
Unter Berücksichtigung und Förderung individueller Stärken bzw. Fähigkeiten sollen die Kinder und Jugendlichen aktiv mitarbeiten. Unsere Ziele hierbei sind:
- Hinführung zur Verantwortlichkeit, Kontinuität und Teamfähigkeit
- Förderung der Fähigkeit zur Lebensweltgestaltung
- Stärkung ihres Mutes zur Beteiligung an der Gestaltung ihres Umfeldes
- Kreative Entfaltung und Stärkung des Selbstvertrauens.
Anforderungen an die Kinder und Jugendlichen
Das Team des Don Bosco Clubs stellt an alle Kinder und Jugendlichen einige wenige, aber doch grundlegende Anforderungen, die unbedingt einzuhalten und zu beachten sind.
Anforderungen:
- Alkoholverbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren im Don Bosco Club gemäß § 4 und § 9 des Jugendschutzgesetzes.
- Rauchverbot im Haus sowie auf dem gesamten zum Club gehörenden Gelände.
- Wiedergutmachung: Entsprechend den jeweiligen individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und unter besonderer Beachtung der eigenen Vorschläge der betroffenen Jugendlichen werden Alternativen zur Strafe gesucht und zur Wiedergutmachung bei Sachbeschädigung, Beleidigung, körperlicher Gewalt gegen andere und Nichteinhaltung der Hausordnung eingesetzt. Dabei findet das Prinzip „Ausgleich statt Strafe“ Anwendung.
- Kennen und Einhalten der Hausordnung (Aktuelle Fassung im Anhang).
Elternarbeit
Durch Informations- und Anmeldezettel (so z.B. auch das gemeindliche Mitteilungsblatt) für verschiedene Maßnahmen werden die Eltern regelmäßig über die Arbeit des Don Bosco Clubs informiert. Feste, Veranstaltungen, Turniere oder Ausflüge, zu denen Eltern eingeladen werden oder an denen sie auf eigene Initiative teilnehmen, eröffnen Möglichkeiten, vertrauensvolle positive Kontakte aufzubauen und zu pflegen. Diese sind vor allem dann von Wichtigkeit, wenn Konflikte mit besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen in der offenen Arbeit Mitarbeiter veranlassen, mit den betreffenden Familien verstärkt im Kontakt zu treten.
In der Arbeit mit den Jugendlichen wird auf die Kooperation mit Eltern größtenteils bewusst verzichtet, da sich daraus oftmals eher Probleme ergeben. Gerade in der Jugendphase spielt die Abnabelung und Emanzipation vom Elternhaus eine zentrale Rolle. So gestaltet sich der Kontakt hier besonders über ehrenamtliche Arbeit und Hilfe, wie beispielsweise Fahrdienste, Begleitung und Unterstützung des Clubs bei Veranstaltungen und Festen. Der punktuelle Elternkontakt in der Arbeit mit Jugendlichen erfolgt im Bereich Unterstützung und Beratung der Eltern in ihrem Erziehungsauftrag (nach § 1 KJHG). Er berücksichtigt die besondere Situation des jungen Menschen, seinen Ablöseprozess vom Elternhaus und unsere Ziele. Dabei wollen wir den Jugendlichen prinzipiell als glaubwürdige Ansprechpartner gegenüberstehen.
Erzieherischer Jugendschutz als Querschnittsaufgabe
Der Jugendschutz wird im Don Bosco Club und in unserer Arbeit als Querschnittsaufgabe betrachtet. Das heißt, dass er neben direkten Angeboten zu einzelnen Themen des Jugendschutzes in sämtlichen Zielen und Angeboten grundlegend verankert ist und sich durch Prävention, Information und Aufklärung sowie direkten Schutz gestaltet. Die Themen dazu sind entsprechend der alltäglichen Lebenspraxis der Kinder und Jugendlichen ausgewählt und umfassen unter anderem Suchtgefährdung (Alkohol, Tabak, andere Drogen, Essen/Ernährung), Gesundheit, Sexualität, Konsum, neue Kommunikationstechnologien (Medien, Internet u.a.), Gewalt u.a.
INHALTLICHE STANDARDS
Team
Neben dem Team und Praktikant gehören die Geschäftsführung sowie der Clubrat zum pädagogischen Team. Die Geschäftsführung ist über den laufenden Betrieb informiert und fungiert als Bindeglied zwischen Trägerverein und Kernteam. Der Clubrat besteht aus zwei von den Jugendlichen in der Vollversammlung gewählten Vertretern und vertritt die Interessen der Jugendlichen gegenüber dem Kernteam.
Handlungsprinzipien
KJHG (vgl. Beck-Texte im dtv, Familienrecht (SGB VIII), München, 2001)
Nach unserem Verständnis bietet offene Jugendarbeit in organisierter Form in der Phase des Erwachsenwerdens Hilfen an. Sie stellt in einem geschützten und betreuten Rahmen ein Experimentierfeld für die Jugend dar, in dem junge Menschen ihre Fähigkeiten und Grenzen entdecken können. Zudem finden sie im Don Bosco Club ernstzunehmende Aufgaben, für die sich Selbstorganisation und Engagement lohnen, verständige Begleitung und Beratung bei Krisen und jugendfreundliche, streitbare Erwachsene, die bei Standpunktsuche und Meinungsbildung behilflich sind.
Grundsätzlich orientieren wir uns als anerkannter freier Träger der Jugendhilfe (KJHG § 75 Abs. 3) an den gesetzlichen Grundlagen kommunaler Jugendförderung, dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) von 1991, einem präventiv orientierten Leistungsgesetz., „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“ (KJHG §1 Abs. 1).
Katholische Soziallehre (vgl. Oswald von Nell-Breuning, Gerechtigkeit und Freiheit, Wien, 1980)
Von seiner Entstehungsgeschichte war (und ist) der Umgang mit Jugendlichen im Don Bosco Club geprägt von den Grundprinzipien der Katholischen Soziallehre, die überzeugend von den Salesianern Don Boscos gelebt und jungen Menschen vermittelt wurden (sh. auch Anlage 3):
- Personalität, also: Respekt vor der Person als Ebenbild Gottes
- Subsidiarität, also: „Hilf mir es selbst zu tun“
- Solidarität, also: „Der Schwache hat ein Anrecht auf Stützung durch den Starken“
- Universalität, also: „Auch ich mache einen Unterschied für die Welt“ – jede/r Mensch ist einmalig und kann damit auch Welt gestalten und Verantwortung übernehmen.
- Nachhaltigkeit, also: Kontinuität im Angebot sowie anhaltende Qualität der Sozialisation hin zu einer sozial kompetenten und eigenverantwortlichen Persönlichkeit.
Pädagogik Don Boscos (Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos: Leitlinien - Arbeiten im Geiste Don Boscos, München 2002)
- Zeit für junge Menschen
- Pädagogik der Vorsorge
- Orientierung an einem gelingenden Leben
- Vorrangige Sorge um „ärmere“ (wirtschaftlich, sozial, emotional) Jugendliche
- Wertschätzende Begegnung
- Offene Tür und offenes Ohr
- Ganzheitliche Sorge und Begleitung
Vernetzung/Kooperation
Vernetzung geschieht in Kooperation mit anderen Einrichtungen / Organisationen vor allem über die Clubleitung. Sie dient vor allem dem fachlichen Austausch wie auch der Entwicklung regionaler Strategien der Jugendpolitik.
- Trägerverein: Richtungsweisende Entscheidungen und Rücksprachen für den Don Bosco Club.
- Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), Stamm Dominikus Savio, Benediktbeuern
- Forum Jugendarbeit: Zusammenschluss der hauptamtlichen Mitarbeitern in der Jugendarbeit im Landkreis.
- Bayerischer Jugendring: Bezirkstagungen zu diversen Themen der Jugendarbeit.
- Kreisjugendring: Fachaustausch über offene und verbandliche Jugendarbeit.
- Forum Pfarrjugend: Kooperationstreffen der Jugendeinrichtungen der Pfarrei St. Benedikt.
- Einrichtungen der offenen Jugendarbeit: Saftladen Geretsried, Jugendcafe Bad Tölz, La Vida Wolfratshausen u.a.
- Kloster Benediktbeuern (AZ, ZUK, Jugendherberge): Kontaktpflege und Austausch mit unseren direkten Nachbarn.
- Katholische Stiftungsfachhochschule (KSFH) Benediktbeuern: Rückkopplung mit aktuellen Theorien und praktischen Ansätzen; Reservoir unserer möglichen zukünftigen/aktuellen Praktikanten und Mitarbeiter.
- Gemeinden: Benediktbeuern, Bichl, Kochel, Bad Heilbrunn, Schlehdorf
- Jugendtreff Gemeinde: Teilnahme an den Jugendtreffs der Gemeinde Benediktbeuern.
- Arbeitskreis SUCHT: Fachaustausch und Entwicklung präventiver Konzepte in der Untergruppe Schule
- Runder Tisch: Interdisziplinärer, regionaler Austausch zwischen Schulleitung, Lehrern, Amt für Jugend und Familie, Erziehungsberatung, Schulsozialarbeiter, Schulpsychologe, Clubleitung…
Um die Beziehungen des Don Bosco Clubs und der Öffentlichkeit zur Gewinnung bzw. Erhaltung von Verständnis, Sympathie, Vertrauen und Fördermitteln planmäßiger zu gestalten, sind wir folgendermaßen aktiv (in der Regel in Absprache mit der Geschäftsführung bzw. dem Vorstand des Trägervereins, gemäß der jeweils aktuell vereinbarten Arbeitsteilung):
- Regelmäßige Presseinformationen
- Jahresberichte
- Einladungen an Jugendliche, Eltern, Freunde, Förderer zu Veranstaltungen über Plakate, Flyer und Pressemitteilungen (z.B. Sommerfest, Partys, Themenabende usw.)
- Kontakt zu Schulen mit Infos über aktuelle Angebote
- Mitarbeit in Gremien (Forum Jugendarbeit, Forum Pfarrjugend, Fachtagungen, usw.)
- Kontaktaufnahme und –pflege zu Personen des öffentlichen Lebens
Qualitätssicherung
Zur Sicherung der Qualität unserer Arbeit im Don Bosco Club ist deren ständige Überprüfung notwendig. Es ist zu fragen, ob wir uns mit unserer Arbeit innerhalb der gesteckten Rahmenziele bewegen (Zielgerichtetheit), welche Wirkungen wir mit unserer Arbeit erreichen (Effektivität) und welchen Aufwand wir dafür investieren (Effizienz). Dabei unterscheiden wir zwischen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Strukturqualität Unter Strukturqualität verstehen wir sämtliche Rahmenbedingungen, die ein erfolgreiches Arbeiten ermöglichen und die Kontinuität der Qualität gewährleisten. Dazu gehört:
- Raumangebot: Überprüfung der Zweckdienlichkeit, Anpassung der Nutzung der Räume an die Erfordernisse und Wünsche der Besucher, Instandsetzung und Sauberkeit
- Sachmittel: Bereitstellung finanzieller Mittel und deren Verteilung auf die verschiedenen Bereiche in Absprache mit dem Trägerverein
- Personal: Teamgespräche, Teamentwicklung (Qualifizierung, Sensibilisierung, Motivation)
Prozessqualität Prozessqualität betrifft die Ablaufschemata der alltäglichen Arbeit. Es gilt den Qualitätsstandard der konkreten Arbeit zu sichern, zu überprüfen und wenn möglich zu erhöhen. Das bedeutet aber auch, dass implizit bestimmte Abläufe zur Qualitätssicherung beitragen.
- Qualitätshandbuch: Katalogisierung und Standardisierung von Arbeitsabläufen so weit als möglich
- Selbstevaluation: Teambesprechungen, Reflexion, Klausurtage
- Fremdevaluation: Supervision, Austausch in Gremien, kollegiale Fachberatung
- Dokumentation: Bereichsbeschreibungen, Protokolle, Jahresberichte, Photos, Konzeptfortschreibung
Ergebnisqualität Erster Gradmesser für die Qualität unserer Arbeit sind die Kinder und Jugendlichen. Hier gilt es zwischen subjektiven Faktoren und einem sozial konstruierten objektiven Faktor zu unterscheiden. Ersterer zeigt sich in der Zufriedenheit der jungen Menschen und der Akzeptanz, welche unsere Einrichtung bei ihnen findet. Der objektive Faktor betrifft den Grad der Verwirklichung der Ziele, die wir uns zusammen mit den Kindern und Jugendlichen gesteckt haben. Beide Faktoren korrespondieren miteinander; sie dürfen weder gegeneinander ausgespielt, noch einseitig verfolgt werden. Ein weiterer Gradmesser für die Qualität unserer Arbeit ist das Feedback des Umfeldes. Besonders zu nennen sind hier Eltern, Pfarrei, Jugendamt, Gemeinde, Schulen, Ausbildungsstätten und Polizei.
STRUKTURELLE STANDARDS
Personeller Rahmen
Personell ist der Don Bosco Club derzeit ausgestattet:
- Dipl. Sozial-Pädagoge (FH), Leitung 19,25 Std./Woche
- Dipl. Sozial-Pädagoge (FH) 7,5 Std./Woche
- Praktikant
Aktuelles Raumangebot im Don Bosco Club
Erdgeschoss
- Materiallager
- Partyraum
- Kindergartenraum (Regenbogengruppe)
- Bandraum
- Toilette Jungen
1. Stock
- Büro
- Küche
- Toilette Mädchen
- Spielraum
- Gruppenzimmer
Dachgeschoß
- Materiallager
- Pfadfinderraum
Finanzierung
Die Finanzierung erfolgt derzeit über:
- Gemeinde Benediktbeuern
- Gemeinde Bichl
- Katholische Kirchenstiftung St. Benedikt Benediktbeuern
- Amt für Jugend und Familie
- Förderverein Jugendarbeit in Benediktbeuern und Bichl
- Salesianer Don Boscos
Anlagen
Anlage 1: Organigramm (Stand: Februar 2008)
Trägerverein Kinder- und Jugendarbeit Loisachtal e. V.
1. Vorstand: Ignaz Dreyer (Vertretung Förderverein)
2. Vorstand: Hubertus Klingebiel (Vertretung Kath. Pfarrei Benediktbeuern)
Schriftführer: Stefan Merz (Vertretung Gemeinde Bichl)
Beisitzer: P. Stefan Stöhr (Vertretung Salesianer Don Boscos)
Beisitzer: Sophie Meier (Vertretung Gemeinde Benediktbeuern)
Beisitzer: Vroni Bauer
Beisitzer: Tini Schwarm
↓
Geschäftsführerin:
Cordula Sindlhauser (gehört mit beratender Funktion der Vorstandschaft an).
↓
Mitarbeiter:
Leitung, Dipl. Soz. Päd. (FH), (19,25 Std.): Bernd Gassl
Dipl. Soz. Päd. (FH), (7,5 Std): Kathrin Werner
Praktikant
Anlage 2: Hausordnung und Öffnungszeiten (Stand: Februar 2008)
HAUSORDNUNG:
Die Mitarbeit von Jugendlichen ist selbstverständlich, damit das Bestehen des DBC gewährleistet werden kann.
1 Der Hof dient in erster Linie der Kommunikation. Fahr- und Krafträder werden entlang der Hecke abgestellt.
2 Der Hof wie auch das Haus sind sauber zu halten. Müll ist im Mülleimer zu entsorgen. Bei Zuwiderhandlung sofortige Reinigung.
3 Auf Anwohner wird Rücksicht genommen werden.
4 Das Rauchen im Club und auf dem Clubgelände ist untersagt.
5 Das Mitbringen von Alkohol und illegalen Betäubungsmitteln ist untersagt. Betrunkene und berauschte Jugendliche werden vom Clubgelände verwiesen.
6 Bei mutwilliger Beschädigung von Clubeigentum wird der Verursacher haftbar gemacht und hat an der Schadensbehebung mitzuwirken.
7 Den Weisungen des pädagogischen Personals und der verantwortlichen Mitarbeiter ist strikt Folge zu leisten.
8 Nach Benutzung sind die Räumlichkeiten ordentlich zu verlassen. Der Club ist von den Jugendlichen in Ordnung zu halten.
9 Der Club ist eine gewaltfreie Zone.
10 Im Allgemeinen gilt das Jugendschutzgesetz.
ÖFFNUNGSZEITEN
Mittwoch: 16:00 – 21:00 Uhr
Donnerstag: 16:00 – 21:00 Uhr, 15:00 – 16:00 Uhr: Mädchengruppe
Freitag: 17:00 – 21:30 Uhr, 18:00 – 20:00 Uhr: Kletterangebot
Samstag: 17:00 – 21:30 Uhr
Anlage 3: Geschichte
Tragend für den Don Bosco Club war von Anfang an die Idee der Salesianer Don Boscos, Dienst an der Jugend zu tun. Mit der Übernahme des Klosters in Benediktbeuern (1931) haben sie nachhaltig das Bewusstsein für die Jugendarbeit in Benediktbeuern mitbestimmt. Die Kongregation der Salesianer Don Boscos (SDB) engagiert sich entsprechend dem Auftrag des Gründers, Johannes Bosco (1815-1888), besonders für die „benachteiligten und ärmeren Jugendlichen“. Ihr Dienst richtet sich auf jene junge Menschen, „die wegen ihrer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen, aber auch wegen ihrer affektiven, moralischen und spirituellen Armut wenig Entfaltungsmöglichkeiten haben und am Rand der Gesellschaft leben“ (20. Generalkapitel der SDB). Von Anfang an haben die Salesianer in Benediktbeuern versucht, der Jugend eine Heimstätte über die Betreuung von Gesellen- und Burschenvereinen, Knabenhort und Mädchensinggruppen durch Pfarrer, Mitbrüder, Schwestern und Studenten zu geben. Diese intensive Phase des Aufbaus der Jugendarbeit wurde während der NS-Zeit quasi im Keim erstickt. Von 1945-1969 wurde der Jugendarbeit wieder ein Domizil in Form eines Knabenhorts beboten, welcher sich aber aufgrund räumlicher Probleme trotz langjähriger Tradition auflöste. 1978 hielt dann eine neue Idee der Jugendarbeit Einzug in Benediktbeuern: Der Offene Treff in Verbindung mit Gruppenstunden, der Don Bosco Club. Hierfür konnten Räumlichkeiten neben der alten Schlosserei im äußeren Westbau des Klosters gewonnen werden, wo der Don Bosco Club heute noch seine Bleibe hat und sich mittlerweile als feste Institution der Jugendarbeit in Benediktbeuern behauptet. Diese Anfänge waren geprägt durch die Arbeit der Salesianer, die im Stil Don Boscos auf der Grundlage ihres Glaubens versuchten, den jungen Menschen mit tiefer Sympathie und Vertrauen zu begegnen. Don Bosco sorgte stets dafür, dass etwas los war. Er schaffte durch seine Person und durch entsprechende Strukturen eine frohe Atmosphäre, entdeckte immer positive Seiten der Kinder und Jugendlichen und entwickelte so für und mit ihnen Berufs- und Lebensperspektiven. Diese spezielle Qualität der Begegnung drückte sich vor allem in der Zusammenarbeit, dem familiären Zusammenleben, der herzlichen Gastfreundschaft und dem Da-Sein für und mit jungen Menschen aus. Im Jahr 1979 ging die Trägerschaft für den Don Bosco Club auf die Pfarrei Benediktbeuern über, diese sah sich 2005 gezwungen, die alleinige Trägerschaft aufzugeben. Als Ersatz wurde mit allen Institutionen, die sich der offenen Jugendarbeit verpflichtet fühlen, der „Trägerverein Kinder- und Jugendarbeit Loisachtal e.V.“ gegründet. Direkt vertreten bleibt die salesianische Idee über den Don Bosco Club selbst, in dessen Geschichte wie auch in der aktuellen Arbeit sich die Idee Don Boscos wieder findet. Wenn auch die christliche Soziallehre gerade bei den jüngeren Generationen nicht mehr den Stellenwert hat wie früher und der Club von hauptamtlichen Mitarbeitern geführt wird, erscheinen uns doch die christlichen Werte Liebe und Freiheit auch heute noch als adäquate Grundlage, um die Begegnung zwischen Menschen auch menschlich wertvoll zu gestalten.
--Bernd gassl 21:53, 22. Feb 2008 (CET)
