Don Bosco 75 Jahre heilig
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Am 1. April 1934, wurde der Priester, Jugendapostel und Sozialpionier Giovanni Bosco in Rom heilig gesprochen. Die Don-Bosco-Familie erinnert weltweit an ihren Gründer
Höhepunkt in Benediktbeuern ist nach dem Don-Bosco-Fest am 31. Januar 2009 mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch aus Freiburg/Breisgau, nun der eigentliche Jubiläumstag, der 1. April 2009. Pater Johannes Wielgoß SDB aus Essen/Ruhr spricht um 19.30 Uhr im Barocksaal des Klosters zum Thema: »Das Echo von St. Peter – Die Heiligsprechung Don Boscos, folgenreich für das deutsche Don-Bosco-Werk unter dem Nationalsozialismus«.
Giovanni Bosco: Priester, Jugendapostel und Sozialpionier
Giovanni Bosco wird am 16. August 1815 in der Nähe von Turin als Kind einer armen, tief religiösen Familie geboren. Er ist erst zwei Jahre alt, als sein Vater stirbt. Bereits in jungen Jahren arbeitet er, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Das Gottvertrauen, das im Rahmen der religiösen Erziehung durch die Mutter Margherita wachsen konnte, bestimmt Giovannis weiteres Leben. Zugleich prägt ihn die Erfahrung der Armut; seine spätere »Option für die ärmere Jugend« hat darin eine ihrer wichtigsten Wurzeln.
Trotz finanzieller Schwierigkeiten absolviert er sein Studium und empfängt 1841 die Priesterweihe. Don Bosco begegnet in der Großstadt Turin jungen Menschen, die voller Hoffnung vom Land in die Stadt geströmt sind, dann aber arbeitslos und sozial entwurzelt ihr Leben meistern. Don Bosco nimmt sie in seinem »Oratorium«, einem offenen Jugendzentrum, auf. In der Folgezeit orientiert sich Don Bosco immer mehr an dem Genfer Bischof François de Sales (1567–1622), den er wegen seiner Menschenfreundlichkeit verehrt.
Für die Erziehung seiner Jugendlichen betrachtet Don Bosco vier Elemente als wesentlich: Familie, Freizeit, Schule und Kirche. Ein wichtiges Merkmal seiner präventiven Pädagogik ist die »Assistenz«, die liebend-interessierte Anwesenheit des Erziehers unter den jungen Menschen. Der ihm zugeschriebene Spruch »Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen« spiegelt die für ihn und seine erzieherische Tätigkeit kennzeichnende Grundhaltung der Freude und der Lebensbejahung wider.
Don Bosco wird zu einem modernen Heiligen, denn er erkennt die »Zeichen der Zeit«. Zum einen sieht er die große Not der Turiner Jugendlichen, die sich in Gefahr befinden, auf die schiefe Bahn zu gelangen. Zum anderen nützt er zeitgemäße Mittel, um seine Sendung zu erfüllen: Er schafft für seine Werkstätten die modernsten Maschinen an und er bedient sich der Massenmedien.
Don Bosco bildet Mitarbeiter aus und gründet 1859 eine religiöse Gemeinschaft, die er Salesianer nennt. Am 31. Januar 1888 stirbt er in Turin.
Mit der Heiligsprechung am 1. April 1934 hat die Kirche das Leben und Wirken von Don Bosco als vorbildlich und nachahmenswert bestätigt, als einen Weg, der zu Gott führt. Don Bosco, den bestimmte klerikale Kreise wegen seines Einsatzes für Jugendliche von der Straße, wegen seines Eintretens für ihre Würde und ihre Rechte, wegen seines Leben mit den jungen Menschen zunächst als verrückten Spinner auszuschalten versuchten, ist nun mit seiner Lebensform, mit seinem pädagogisch-pastoralen Handeln von oberster kirchlicher Stelle anerkannt worden.
Zeitzeugin Madre Giovanna Zacconi: »Alles schien mir wie im Himmel«
Die ehemalige Provinzialoberin der österreichischen Don-Bosco-Schwestern, Schwester Giovanna Zacconi (96), erlebte die Heiligsprechung Don Boscos am 1. April 1934 in Rom live mit:
»Dann kam der ersehnte Tag der Heiligsprechung am Ostersonntag. Wir waren schon um 7 Uhr am Petersplatz. Es wartete schon eine große Zahl von Pilgern, um in den Petersdom hineinzukommen. Wir hatten keine Platzkarten. Als die Absperrung geöffnet wurde, rannten wir los und mussten darauf achten, irgendwie zusammenzubleiben. Wir hatten Glück und ergatterten vorne im Petersdom einen Stehplatz. Während der Wartezeit konnten wir viel beobachten und Gott danken, an diesem großen Ereignis teilnehmen zu dürfen. Als der Heilige Vater auf der ,Sedia gestatoria‘ segnend in den Dom kam, jubelten und klatschten alle in die Hände. Es herrschte eine Bombenstimmung. Alles schien mir wie im Himmel. Der Petersdom war gefüllt mit jubelnden Menschen und viele standen draußen auf dem Petersplatz. Dann kam der feierliche Augenblick der Heiligsprechung. Der Heilige Vater las das Dekret vor, das Bild Don Boscos wurde enthüllt. Und wir riefen: ‚Don Bosco, unser Vater, ist heilig’. Wieder Jubel und Händeklatschen. Es war wirklich ein schöner Tag, und trotz der Müdigkeit freuten wir uns sehr, bei diesen Feierlichkeiten dabei gewesen zu sein. Die Freude dieser Tage und die Begeisterung für all das Gute und Schöne, das wir erlebt hatten, die Erinnerung an die christlichen Martyrer und die Freude, der Salesianischen Familie anzugehören, bleibt bis heute in unseren Herzen.«
(Text: Sophie Wöginger / Norbert Wolff SDB)
--Nwolff.sdb 13:40, 24. Mär 2009 (CET)
