»Wegbereiter der Sache Don Boscos« starb vor 100 Jahren

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Tagung im Kloster Benediktbeuern behandelte Don Michele Rua (1837–1910)

Um Don Michele Rua (1837–1910), den »Wegbereiter der Sache Don Boscos«, ging es auf einer Tagung, die am 16./17.April 2010 im Barocksaal des Kloster Benediktbeuern stattfand und vom Institut für Salesianische Spiritualität (ISS) in Verbindung mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos (PTH) Benediktbeuern organisiert worden war. Rund 60 Salesianer, Don-Bosco-Schwestern, Salesianische Mitarbeiter, Studierende und weitere Interessierte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Slowenien und Italien beschäftigten sich mit dem zweiten Generalobern der Salesianer Don Boscos, der entscheidend dazu beigetragen hatte, dass das Don-Bosco-Werk nördlich der Alpen Fuß fassen konnte.

ISS-Leiter Pater Reinhard Gesing SDB begrüßte die Tagungsteilnehmer und wies darauf hin, dass Don Rua, unter dem die Gemeinschaften der Salesianer und der Don-Bosco-Schwestern sich weltweit ausbreiteten, lange Zeit der Mann »im Schatten Don Boscos« gewesen sei. Man dürfe seine Bedeutung aber nicht unterschätzen. Daher sei es wichtig, sich eingehend mit der Persönlichkeit Ruas zu befassen, der vor 100 Jahren – am 6. April 1910 – verstorben war. Zugleich informierte Pater Gesing darüber, dass die Salesianer aus Belgien, die sich zur Tagung angemeldet hatten, wegen der Sperrung des Brüsseler Flughafens leider nicht nach Oberbayern kommen konnten.

Pater Dr. Josef Weber SDB, Dozent für Christliche Spiritualität an der PTH Benediktbeuern, behandelte in seinem Vortrag den Lebenslauf Don Ruas, der schon als Schüler zu Don Bosco ins Oratorium gekommen war und bis zu dessen Tod 1888 sehr eng mit dem Turiner Jugendapostel zusammenarbeitete. Pater Dr. Stanisław Zimniak SDB vom Salesianischen Historischen Institut in Rom sprach über die erste Don-Rua-Biographie aus dem Jahre 1911, die das Bild des Seligen bis heute präge. Schwester Dr. Maria Maul FMA aus Vöcklabruck/Oberösterreich stellte die Erinnerungen der Don-Bosco-Schwestern an Rua vor, der bis 1906 zugleich auch Oberer der Schwestern war.

Pater Dr. Norbert Wolff SDB, Professor für Kirchengeschichte an der PTH Benediktbeuern, unterstrich in seinem Vortrag die Bedeutung Don Ruas für die deutschsprachigen Länder. Pater Dr. Bogdan Kolar SDB, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Ljubljana, zeichnete die frühe Geschichte der slowenischen Salesianer nach. Pater Dr. Josip Gregur SDB, Professor für Liturgiewissenschaft an der PTH Benediktbeuern, beschäftigte sich mit Don Ruas Verdiensten um die Kirchenmusik.

Am Samstagmorgen feierten die Tagungsteilnehmer einen Festgottesdienst, dem Provinzial Pater Josef Grünner SDB aus München vorstand. Dieser betonte in seiner Predigt die Treue Don Ruas zu Don Bosco und zum salesianischen Charisma. Don Rua habe aber nicht nur einfach die Ideen Don Boscos übernommen und bewahrt. Vielmehr sei er flexibel gewesen und habe mit Gottvertrauen auf die Erfordernisse der Zeit reagiert. Auf diese Weise hätten sich unter seiner Leitung die Kongregationen der Salesianer Don Boscos und der Don-Bosco-Schwestern weltweit ausbreiten können.

Ein wichtiges Ergebnis der Tagung war, dass die Gestalt Don Ruas »Fleisch und Blut bekommen« hat, wie es ein Teilnehmer ausdrückte. Darüber hinaus ist klar geworden, dass zu Zeiten Don Ruas die Salesianischen Mitarbeiter eine große Rolle spielten und dass die Ausbreitung des Don-Bosco-Werks maßgeblich den Aktivitäten dieser Mitarbeiter zu verdanken ist. »In Zukunft müssen wir uns weiter wissenschaftlich mit Don Rua befassen. Wir benötigen kritische Biographien des Don-Bosco-Nachfolgers – und wir benötigen auch spirituell orientierte«, so Mitorganisator Pater Norbert Wolff in seinem Resümee.

--Nwolff.sdb 14:49, 21. Apr. 2010 (UTC)

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